Es geht wieder los!

Erstellt von Sa, Su

Erstes Gruppentreffen, das Warten hat ein Ende!

Das erste Wolfsflügeltreffen im neuen Jahr ist nach der längeren Gruppenpause aufgrund der Weihnachtsfeiertage und des Jahreswechsels eine emotionale Mischung aus Vorfreude und Aufregung, denn viele von uns haben gerade in der zurückliegenden Zeit ganz besondere Situationen erlebt.

Das Auswählen von Motivkarten ermöglicht allen Teilnehmenden einen leichteren Einstieg. Dabei lassen wir uns von folgenden Fragestellungen leiten: Welche Problemlagen sind in der Zeit aufgetreten, gab es Lösungsansätze? Habe ich aufgrund von neuen Handlungskompetenzen positive Selbsterkenntnis gewonnen, die in Zukunft mein Leben etwas gesünder macht?

Die Motivkarten unterstützten uns dabei, unsere Gefühle wahrzunehmen und in der Gruppe von den Erfahrungen sowie neuen Erkenntnissen zu berichten. Es zeigt sich immer wieder, dass „seelische Altlasten“ das eigene Leben auch nach vielen Jahren noch stark beeinflussen und unser Handeln bestimmen. Die Verarbeitung sowie das Erlernen von Strategien, um sich immer weiter davon zu lösen, ist ein wichtiger Aspekt im seelischen Gesundungsprozess.

Was mich bewegt hat - was mir Halt gibt:

Vieles ist in meiner Familie wie ein vertrockneter Baum, zerrüttet und von Sterben und Vergehen gekennzeichnet, und doch habe ich mich nicht in Traurigkeit verloren. 

Ich konnte die Begegnungen und Gespräche von Angehörigen annehmen, die sich von mir gekränkt fühlten, konnte mich entschuldigen, aber nicht rechtfertigen, und es ist mir gelungen, wieder Kontakt zu einzelnen Familienmitgliedern herzustellen. Das symbolisiert der Blumenstrauß, der hinter dem kahlen, leblosen Baum hervorschaut. Das tröstet und ist ein Hoffnungsschimmer.

Mein Luftschloss ist mein sicherer Ort, der kommt zeitweise immer wieder ins Wanken und fliegt davon, aber ich habe ihn, das ist gewiss. Altlasten, traurige Familiengeschichten, Tod und Sterben, beschäftigen mich immer wieder. 

Abgrenzung von der tiefen Verletzlichkeit und Biografie meiner Partnerin fällt schwer. Die Wiege allein im dunklen Wald zeigt diese Trostlosigkeit, die Trauer, und erschweren den Weg. Weihnachten fühlte sich trostlos an, ohne Familie, ohne einen Anruf. Das Gefühl, niemand denkt an uns, war bedrückend - und dennoch - in all dem Schweren gehen wir Hand in Hand vorwärts, immer einen Schritt nach dem anderen, und lassen den dunklen Schatten hinter uns. 

Die Sanduhr zeigt, wie stetig und langsam der Sand hindurchrieselt, und genauso empfinde ich es in der Gruppe. Hier darf jeder nach seinem Tempo langsam und stetig wachsen, niemand wird überredet. Reden ist genauso erwünscht, wie Schweigen respektiert wird. 

Der Anker symbolisiert für mich diese Gruppe. Sie ist mein persönlicher Anker geworden. 

Ich bin das Kind, das gegen Drachen gekämpft hat und oft verzweifelt war. Jetzt habe ich das Gefühl, dass selbst der Kampf gegen den Drachen wieder möglich ist. Der Drache ist zu meinem Symbol geworden, es zeigt meine innere Stärke und dass ich Herausforderungen immer besser meistere.

In der zurückliegenden Zeit habe ich mich intensiv mit meinem Innenleben auseinandergesetzt und dabei gemerkt, wie vielschichtig die menschliche Psyche ist. Ich habe viele wertvolle Impulse und Strategien kennengelernt, aber nun liegt es an mir, das passende Schlüsselbund für meinen eigenen Weg auszuwählen und anzuwenden. Einen Schlüssel habe ich bereits für mich entdeckt:

Der Schlüssel heißt „Achtsamkeit“. Immer wenn mein „Gedankenkarussell“ sich ständig weiterdreht, helfen mir Achtsamkeitsübungen darüber hinweg. Achtsamkeitsübungen in der Natur, im nachtdunklen Wald allein und völlig auf mich gestellt, die “Stille voller Geräusche” und plötzlich Dinge zum ersten Mal ganz neu und bewusst wahrzunehmen, das fühlt sich gut an, das macht mich ruhig.

Ich spüre zeitweise meine Mitte, auch wenn ich unter mir einen Abgrund sehe. Das Pferd trägt mich sicher über die Regenbogenbrücke ans andere Ufer, auf die andere Seite, und das ist ein gutes Gefühl. Das möchte ich mir gern bewahren, und vielleicht gelingt es mir mit und durch die Gruppe immer besser.

Das Tanzen hat mich stets begleitet und innerlich befreit. Musik und Tanz geben mir das Gefühl, alles um mich herum zu vergessen.

Meine Lebenszeit ist begrenzt, niemand weiß, wann die eigene Lebensuhr abgelaufen ist. Darum ist es für mich wichtig, jeden glücklichen Moment als ein Geschenk dankbar anzunehmen. Ich möchte in der Zeit, die mir noch bleibt, etwas bewirken.

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